Beschlossen von der Mitgliederversammlung am 01.07.2011
Glaubwürdige Familien- und Bildungspolitik
- Seit 2006 haben die Freien Winsener die Einrichtung von rund 300 neuen Krippen-, Kindergarten- und Hortplätzen angeschoben. Alle fünf Grundschulen im Stadtgebiet verfügen nun montags bis freitags über ein verlässliches Betreuungsangebot am Nachmittag. Dieses familienfreundliche Angebot muss erhalten und dort, wo die Nachfrage größer als die vorhandenen Kapazitäten ist, durch weitere Plätze ergänzt werden. Besonders gilt dies für die zusätzliche Schaffung von Krippenplätzen.
- Für uns ist der Elternwille entscheidend. Deshalb legen wir großen Wert darauf, dass in der frühkindlichen, aber auch in der schulischen Bildung vielfältige Ideen zum Zug kommen. Wir unterstützen einen freundschaftlichen Wettbewerb um das beste pädagogische Konzept und die lebendigste Schule.
- Mit der Einrichtung der Integrierten Gesamtschule in Roydorf wurde zum Schuljahr 2011/12 endlich dem Wunsch vieler Eltern nach diesem Bildungsangebot entsprochen. Im Zuge der Komplettierung der Angebote für die 5. bis 10. Klasse) bestehen Gymnasien, Realschule, Hauptschule und IGS in Winsen nunmehr gleichberechtigt nebeneinander und müssen gleich gut ausgestattet und gefördert werden. Dafür machen sich die Freien Winsener im Stadtrat und im Kreistag stark.
- Der Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung gilt unsere besondere Aufmerksamkeit. Die Ausstattung der Förderschulen muss ebenso gewährleistet sein wie die Ausstattung der Kindertagesstätten und Regelschulen, damit eine integrative, wohnortnahe Förderung ermöglicht wird. Das Ziel ist die Schaffung einer inklusiven Bildungslandschaft, in der eine gemeinsame Förderung von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung möglich ist.
Durchdachte Stadtentwicklung auch für die Ortsteile
- Die behutsame und integrierte Ausweisung von kleineren Wohngebieten in den verschiedenen Ortsteilen muss fortgesetzt werden - jedoch nicht gegen den Willen der Anlieger und ohne die Bauwilligen zu sehr reglementieren.
- Oberstes Gebot in der Verkehrspolitik ist die Entlastung von Anliegern und ganzen Wohngebieten von Lärm, Abgasen und Gefahrenpotentialen. Für den Schwerlastverkehr ist ein Durchfahrverbot zu erlassen, sofern es sich nicht um Ziel- und Quellverkehr nach und von Winsen handelt. Die Freien Winsener setzen sich weiter für den zeitnahen Bau von Umgehungsstraßen in Luhdorf und Pattensen ein, sofern deren Effekt nicht durch andere Maßnahmen erzielt werden kann.
- Für den Fahrradverkehr ist eine Komplettierung des Radwegenetzes erforderlich. Dabei ist insbesondere auf Schulwegen eine Vermischung mit dem Autoverkehr zu vermeiden. Die Fußgängerzone in der City ist zu erhalten, den Wünschen von Anliegern nach gesicherten Fußgängerüberwegen an Hauptstraßen ist zu folgen. Darüber hinaus werden wir uns weiterhin für eine konsequente Barrierefreiheit Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Behinderungen im öffentlichen Raum sowie die die Durchsetzung von Tempo 30 in Wohngebieten einsetzen.
- Die Winsener Pendler dürfen durch die Tarifzonenregelung des HVV zukünftig nicht mehr benachteiligt werden. Die Freien Winsener werden sich für eine faire Einbindung in den „Großbereich Hamburg" und im Übrigen für eine bessere Vertaktung und Verknüpfung der Angebote des Öffentlichen Nahverkehrs einsetzen.
- Die enttäuschende Entwicklung der City muss umgekehrt werden. Mit dem Südertor-Projekt und der Erweiterung des Gesundheitzentrums gelangen dort zwar auch wichtige Ankerprojekte, dennoch ist der alte Winsener Fehler, alte Bausubstanz aus rein wirtschaftlichen Motiven der Abrissbirne zu opfern, leider noch ungebrochen. Und wenn ein Abriss schon unvermeidbar ist, muss der Neubau nicht nur mit der historischen Umgebung, sondern auch mit dem ästhetischen Empfinden der Bürger harmonieren. Noch wichtiger sind jedoch eine Revitalisierung bislang untergenutzter Altstadtbereiche, eine Verschönerung des öffentlichen Raums und ein zielgruppenorientiertes Stadtmarketing mit realen Standortvorteilen wie hoher Aufenthaltsqualität für Fußgänger und Radfahrer und attraktiven Parkregelungen.
- Viele Winsenerinnen und Winsener sind unzufrieden mit dem Einzelhandelsangebot der Innenstadt. Deswegen unterstützen die Freien Winsener alle Bestrebungen, dort neue und qualitativ hochwertige Einkaufsmöglichkeiten für alle Generationen in zu schaffen. Hier sind neue Initiativen der Stadtverwaltung dringend erforderlich.
Jugend, Sport und Soziales
- Die Freien Winsener unterstützen ein Zwei-Säulen-Modell für die Jugendarbeit. Auf der einen Seite bieten die Winsener Vereine mit ihrem vielfältigen Sport- und Kulturangebote den Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitgestaltung und Lebensorientierung und müssen bei ihrem freiwilligen Engagement von der Stadt nach Kräften unterstützt werden. Das kann sowohl eine entschlossene institutionelle als auch eine Pro-Kopf-Förderung wie zum Beispiel im Fall der Musikschule bedeuten. Andererseits ist es erforderlich, die offene Jugendarbeit im „Egon's" durch dezentrale Treffpunkte in den Ortsteilen zu ergänzen. Auch der Errichtung und Förderung eines selbstverwalteten Jugend-Kultur-Zentrums stehen die Freien Winsener aufgeschlossen gegenüber.
- An der bisherigen Investitionsförderung von Sportanlagen in Vereinshand soll festgehalten werden. Die seit überfällige Erweiterung der häufig überfüllten „Insel" um ein weiteres Trainingsbecken oder alternativ die Anlage eines Sportbades für das Schul- und Vereinsschwimmen müssen dringend angepackt werden.
- Wir wollen die Wahrnehmung der gesetzlichen Aufgaben der Sozialhilfe durch den Landkreis Harburg vor Ort durch ein dichtes Netz an Hilfs- und Selbsthilfeeinrichtungen ergänzen. Diese sollen von der Stadt alle Unterstützung erfahren, die sie für ihre wichtige Arbeit brauchen.
- In unserer Stadt leben Menschen aus vielen verschiedenen Kulturen. Wir werden mit ihnen darüber sprechen, was wir gemeinsam tun können, um gerade den Jüngeren eine noch bessere Integration in die Stadtgesellschaft zu ermöglichen und dabei ihre religiösen Freiheit respektieren.
Kultur und Umwelt
- In der Kulturförderung kann sich Winsen wegen der Nähe zur Metropole Hamburg auf ergänzende Theater- und Konzertangebote für weniger mobile Zielgruppen, auf die musikalische Bildung sowie auf einen aktiven Erhalt des originär Winsener Kulturerbes beschränken. Diese wichtigen kommunalen Aufgaben werden in Winsen u. a. vom Kulturverein, den musikpädagogischen Einrichtungen wie die Musikschule sowie dem Heimat- und Museumsverein übernommen. Deren großes freiwillig-ehren-amtliches Engagement muss die Stadt zukünftig durch eine entschlossene und vorbehaltlose Förderung begleiten.
- Die Stadthalle in ihrer gegenwärtigen Form und Bewirtschaftung entspricht immer weniger zeitgemäßen Kulturansprüchen. In den kommenden Jahren müssen Alternativen entwickelt und ggf. umgesetzt werden. Dabei ist auch eine Verlagerung von Kulturaktivitäten in die City zu prüfen.
- Der Schutz von Natur und Umwelt, die energiepolitische Wende so schnell wie möglich weg von der Atomkraft und hin zu erneuerbaren Energien und ein sparsamer Ressourcenverbrauch sind für uns Freie Winsener unumgängliche Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft heute und künftigen Generationen. Dort, wo durch kommunales Handeln diesen Zielen gedient werden kann - zum Beispiel bei der Bewirtschaftung städtischer Gebäude oder der Bauleitplanung - wollen wir dies tun.
- Eine kommerzielle Vermarktung von Elbufer und Natur im Winsener Norden werden die Freien Winsener wie bisher konsequent verhindern. Der Stöckter Deich muss als Freizeiteinrichtung und Kulturdenkmal in seiner jetzigen Höhe erhalten bleiben. Wir setzen uns für einen angemessenen Schutz von alten Bäumen ein und wünschen uns eine intensivere Pflege des öffentlichen Raumes insbesondere in den Ortsteilen.
Wirtschaftsförderung, Rathausverwaltung und Stadtfinanzen
- Jeder zweite berufstätige Winsener pendelt täglich nach Hamburg. Wir Freien Winsener wollen mehr wohnortnahe Arbeits- und Ausbildungsplätze durch die Vermarktung von Standortvorteilen und gute Rahmenbedingungen für die heimische Wirtschaft schaffen. Eine einseitige Fixierung auf externe Investoren darf es zukünftig nicht mehr geben, vielmehr muss die Stadt ihre Kommunikation mit den Winsener Unternehmen deutlich verbessern und insgesamt einer systematischen und wirtschaftsfreundlichen Bestandspflege nachgehen.
- Eine von den Freien Winsenern geführte Stadtverwaltung wird gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern eine Philosophie freundlicher Dienstleistungen auf gleicher Augenhöhe pflegen. Bei Planungs- und Straßenbauvorhaben gilt dann der Grundsatz frühzeitiger Information und klarer Mitbestimmungsrechte der betroffenen Anlieger, in den Aufsichtsräten der städtischen Gesellschaften wird sie die Interessen der Bürger und Kunden vertreten.
- Eine von den Freien Winsenern geführte Stadtverwaltung wird die in der Regel sehr gute Leistung der städtischen Bediensteten durch eine mitarbeiterfreundliche und an Zielvereinbarungen orientierte Menschenführung erhalten und weiter stärken. So wird es auch möglich sein, durch Bürokratieabbau, Standardüberprüfung und Delegation von Verantwortung die gestiegenen Verwaltungskosten in den Griff zu bekommen.
- Hinsichtlich der städtischen Finanzpolitik verfolgen wir Freien Winsener den Grundsatz: Bedachtsamkeit und Sparsamkeit: Ja, unbedingt! - Kaputtsparen ohne Not: Nein, auf keinen Fall! Durch den Verzicht auf teure Groß- und Prestigeprojekte ist es in den vergangenen fünf Jahren gelungen, den Schuldenstand von gut 16 Millionen (Stand: 1. Januar 2006) um fast 40 Prozent auf jetzt 9,8 Millionen zu senken. Bei dieser Politik soll es bleiben.
Freie Winsener - Bürger mit Sachverstand!
Helfen Sie uns, Winsen zu helfen!

Blick aus der Vogelperspektive auf das Herz der Winsener Innenstadt -
hier besteht nach wie vor Handlungsbedarf