Erhebliche Änderungen am Fahrradentwicklungskonzept für Winsen fordern die Freien Winsener. Das Konzept war vor der Sommerpause in den Rat eingebracht worden, jetzt hat die parteiunabhängige Wählergemeinschaft sechs Änderungsan-träge für den nächsten Planungsausschuss am 19. August gestellt. Sie wenden sich vor allem gegen das Vorhaben, den Radfahrern in Winsen statt sicherer separater Radwege sog. Schutzstreifen im Mischverkehr mit dem Auto einzurichten
„Da kann vom Schutz der Radfahrer keine Rede sein", stellt Matthias Hüte, Vorsitzender des Bauausschuss im Stadtrat, fest: „Bei wichtigen Verbindungsstraßen mit hoher Fahr-zeugfrequenz bringt nur eine konsequente Trennung von Auto- und Radverkehr ausrei-chend Sicherheit!" Deswegen müsste zum Beispiel der vorhandene Radweg an der Lüne-burger Straße ordentlich ausgebaut und eine Nutzung in beide Richtungen eingesetzt werden - anstatt ihn bei Winsens meistbefahrenster Strecke durch eine gestrichelte Fahr-bahnmarkierung zu ersetzen. So etwas mache nur Sinn, wenn der Straßenraum breit ge-nug ist, eine durch eine durchgezogene Linie markierte und ausreichend breite Fahrrad-spur einzurichten.
Besonders drastisch stellt sich die Situation an viel befahrenen Straßen dar, die als Schulweg herhalten müssen. Zum Beispiel an der Hoopter Straße, auf der - neben viel Berufsverkehr - täglich viele Hundert Kinder und Jugendlichen in Richtung Hanseschule, Gymnasium und Eckermann-Realschule radeln. Da hier ein breiter Rad- und Gehweg be-steht, mussten sich die Eltern bisher keine Sorgen um die Sicherheit ihrer Kinder machen.
Hier den Radverkehr auf vermeintliche „Schutz"streifen zu lenken, sei ein schlimmer Schildbürgerstreich, meint Oliver Berten, dessen Kinder jahrelang eben diesen Schulweg mit Fahrrad abfuhren. Der Fraktionsvorsitzende der Freien Winsener im Stadtrat: „Dahinter steckt die Ideologie von liebenswerten, aber ein bißchen fanatischen Fahrrad-Lobbyisten, die meinen, die Autofahrer sollten endlich mal lernen, Rücksicht auf Fahrradfahrer zu nehmen. Alle Eltern, die ich kenne, möchten Ihre Kinder an solchen gewagten pseudopä-dagogischen Experimenten nicht teilnehmen lassen. Sie ziehen sichere, separate Radwe-ge vor, die allerdings nicht nur auf der Hoopter Straße endlich ausgebaut und ausgebes-sert werden müssen - damit es weiter Spaß macht, in Winsen Fahrrad zu fahren!"
- Winsen (Luhe), 4. August 2010 -