„Wenn wir die wunderschönen Alleen im Landkreis erhalten wollen, müssen wir bereit sein, mehr Geld in Pflege und Neuanpflanzungen zu stecken", stellt der Winsener Kreis-tagsabgeordnete Oliver Berten (Freie Winsener) fest - als Ergebnis einer eingehenden Ortsbesichtigung der gefährdeten Linden an der Hoopter Straße (Kreisstraße 1) mit Mitar-beitern der Straßenbauverwaltung des Kreises und der extra aus Hannover angereisten Baumsachverständigen Claudia Amelung.
Seit einigen Wochen weisen viele der zum Teil 100jährigen Linden an der ehemaligen „Hoopter Allee" auffällige grellrotorange und grüne Markierungen auf. Oliver Berten und viele andere Anwohner und Nutzer der Hoopter Straße befürchteten schlimmes. Ein Anruf bei der Kreisverwaltung brachte das Ganze schließlich an den Tag: Die orangeroten Markierungen bedeuten „zum Fällen freigegeben", die grünen dienen als Hinweis auf fällige Pflegemaßnahmen. Markierungen, die von Kreismitarbeitern bei der fälligen Baumkon-trolle angebracht und von aufmerksamen Bürgern auch an vielen anderen Stellen im Landkreis beobachtet werden.
Mit einem Anruf bei der Kreisverwaltung konnte Oliver Berten zunächst einen „Fällstopp" in Winsen und Stöckte bis zu einer gemeinsamen Ortsbegehung erwirken. Diese fand dann am gestrigen Montag, 13. Dezember, statt. Uwe Karsten, Leiter des Betriebes Kreisstraßen, hatte neben dem zuständigen Straßenmeister auch Claudia Amelung, öffentlich bestellte Baumsachverständige aus Hannover, mitgebracht, die die betreffenden Bäume eingehend untersucht hatte.
Bei der Begehung wurde deutlich, dass zumindest bei einem großen Teil der orange markierten Bäume eine Fällung wohl unausweichlich ist - so wies eine alte Linde an der Ein-fahrt zum Alten Weg so massiven Pilzbefall an ihrer gesamten Wurzel auf, dass ihre Standfestigkeit akut gefährdet waren. Andere rot markierte Bäume wären bei sachkundigen Pflegemaßnahmen - Beseitigung von Totholz, Kronenschnitt - noch jahrelang zu erhalten.
Vor dem Hintergrund des Sparkurses der vergangenen Jahre sind ausreichend eigene Personalkapazitäten für Pflegemaßnahmen und kurzfristige Neuanpflanzungen nicht vorhanden, sodass die Kreisverwaltung die Arbeit an Fachfirmen vergeben muss - aber dafür stehen ausreichend Haushaltsmittel jedoch ebenfalls nicht zur Verfügung. Allein an den 423 Ki-lometern Kreisstraße stehen 80.000 Straßenbäume, um die sich
Als Ergebnis der gestrigen Ortsbesichtigung schlägt Oliver Berten daher vor, noch kurzfristig 50.000 Euro für 2011 zweckgebunden zusätzlich in den Kreishaushalt einzustellen. Damit ca. 100-200 gefährdete alte Bäume gerettet bzw. durch kräftige Neuanpflanzungen ersetzt werden. Er hat einen entsprechenden Antrag für die Kreistagssitzung am kom-menden Donnerstag, 16. Dezember, in Hittfeld gestellt. Dabei begrüßt der Winsener Kreistagsabgeordnete ausdrücklich die Absicht der Kreisverwaltung, in Kürze ein Konzept für die Straßenbaumkultur im Landkreis Harburg zu entwickeln.
„Bei den beantragten 50.000 Euro handelt es sich um eine Soforthilfe, die es der Verwaltung in 2011 ermöglichen soll, alle erforderlichen Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen bzw. Neuanpflanzungen durchzuführen", erläutert Oliver Berten: „ Das geplante Handlungskonzept sollte unbedingt im kommenden Jahr verabschiedet werden. Es wird näheren Aufschluss darüber geben, welche Mittel ab 2012 erforderlich sein werden bzw. welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um den Straßenbaumbestand im Landkreis Harburg mittel- und langfristig in seiner jetzigen Qualität zu erhalten."
- Winsen (Luhe), 14. Dezember 2010 -