Lieber Heinrich,
Bevor ich selbst Bestandteil der Winsener Politik geworden bin, habe ich Dich immer für einen der integersten Menschen im Winsener Stadtrat gehalten, der bar jeder Parteipolitik frei Schnauze, nur dem eigenen Gewissen verpflichtet und ohne auf den eigenen Vorteil bedacht, sich um die Belange der Menschen in Winsen kümmert. Schade, dass Du dieses Bild, was ich von Dir hatte immer mehr zerstörst, jüngst mit Deinem Leserbrief im WA, bei dem Du nicht nur jegliche gebotene Neutralität als Ratsvorsitzender fallen läßt, zu dem ich Dich im Vertrauen auf die obengenannten Charaktereigenschaften gerne seinerzeit gewählt habe, sondern auch Lügen und unangemessene Vorwürfe beliebig kombinierst:
Die Freien Winsener wollten, wollen und werden den Bauhof nicht abschaffen oder privatisieren wollen, woher auch immer Du Dein Wissen diesbezüglich beziehen magst. Die Erfahrungen mit Alba bei der Müllentsorgung auf Kreisebene zeigen bei welchen Themen Privatisierungen falsch sind !
Zur Bepflanzung des Kreisels gibt es den von Dir skizzierten Beschluss nicht, aber es ist erstaunlich wie besorgt Du bei Ausgaben in Höhe von EUR 5.000 bist, dass Du aber meinen Antrag auf Verzicht der Ratsmitglieder auf ihre Ratsvergütung in Höhe von ca. EUR 120 pro Monat bis zum Erreichen eines ausgeglichenen Haushalts als ungebührlich und unzulässig bezeichnet hast. Immerhin wären das weit mehr als EUR 50.000 gewesen und das richtige Signal an alle Winsenerinnen und Winsener, dass wir ALLE an einem Strang ziehen, um die Lebensqualität dieser Stadt zu erhalten, auch die Politiker ! Für mich wird das kein Antrag bleiben. Ich werde meine Vergütung für eine Einrichtung der Stadt spenden, weil es mir um die Sache geht und wir als Politiker das richtige Signal setzen, wenn wir den Bürgerinnen und Bürgern auch mehr abverlangen.
Wo war Deine Sorge und Deine Idee zu Zweckbauten als das Feuerwehrgerätehaus in Scharmbeck für EUR 650.000 gebaut wurde oder der Verlust der Landesgartenschau EUR 1,5 Mio. betrug. Oder gab es bei letzterem aufgrund von eigenen Grundstücken auf dem Landesgartenschaugelände Interessen und Sorgen, die wichtiger waren, als Angst und Sorge im Hinblick auf die Finanzen der Stadt ?
Schade, dass Moral wie Du Sie einforderst, in Deiner Welt anscheinend eindimensional verläuft.
Mein Vorschlag zur Lösung des Problems. Alle Ratsmitglieder finden sich an einem Wochenende zusammen und bepflanzen den Kreisel, nachdem Sie zuvor anteilig für die Bepflanzung gespendet haben.
Bist Du dabei ?
Tobias Müller
Fraktionsmitglied Freie Winsener
Vorsitzender des Finanzausschusses