„Für die Sparkasse Harburg-Buxtehude sind mobilitätseingeschränkte Kunden wohl eher Kunden zweiter Klasse", stellte Oliver Berten fest. Damit reagierte der Kreistagsabgeordnete der Freien Winsener auf die Presseankündigung der Sparkasse Harburg-Buxtehude, ihre Filialen in Ashausen und Buchholz zu schließen und zehn weitere Filialen in Winsen und Tostedt sowie in kleineren Orten des Kreises auf menschlosen Automatenbetrieb um-zustellen.
Als Gewährsträger erwarte der Landkreis Harburg von „seiner" Sparkasse eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit den üblichen und lebensnotwendigen Finanz-dienstleistungen, macht Oliver Berten deutlich: „Wer aber eine Filiale in so einem lebendigen und wachsenden Ort wie Ashausen streicht, macht genau das Gegenteil!" Die Um-wandlung zehn weiterer Filialen in Geldautomaten- und Kontoausdrucks-Standorte benachteilige ebenso mobilitätseingeschränkte Menschen. „Auch Sparkassenkunden, die über kein Auto verfügen, haben ein Anrecht auf persönliche Bedienung und Beratung." Das Angebot der Sparkasse, Taxikosten für ein Beratungsgespräch jenseits der Automatenbedienung zu erstatten, hält Berten für ein „PR-Nümmerchen ohne Praxisbezug".
Besonders ärgerlich reagierte der Kreistagsabgeordnete auf die Begründung für die Schließungspläne der Kreisparkasse. So hatte Heinz Lüers, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse, gegenüber der Presse erklärt, durch die Maßnahme werde die Kunden-Mitarbeiter-Beziehung intensiviert. Die Sparkasse wolle sich auf attraktive Standorte konzentrieren. Die Sparkasse positioniere sich selbst durch „das Ausschöpfen von Ertrags- und Kostenpotentialen" für eine erfolgreiche Zukunft. „Übersetzt heißt das: Die Sparkasse will ihre Gewinne weiter steigern und dafür die Personalkosten senken - auf Kosten der Orientierung an ältere, kranke und wenig begüterten Kunden."
Eine Privatbank stehe es frei, sich so zu verhalten - nicht jedoch einer öffentlichrechtlichen Sparkasse, für die der Landkreis Harburg Verantwortung trage, betont Oliver Berten. Der Freie Winsener beabsichtigt, das Thema auf die Tagesordnung des Kreistages setzen zu lassen, um einen Beschluss herbeizuführen, der die Sparkasse zu einer Neuori-entierung ihrer Filialpolitik bewegt.
- Winsen (Luhe), 15. September 2010 -