Eine professionelle Koordination und Vernetzung der 2012 anstehenden Großbaustellen in der Stadtmitte fordern die Freien Winsener und haben einen entsprechenden Antrag für den kommenden Verwaltungsausschuss gestellt. „Die Stadtverwaltung muss sich mit ihrer besonderen Ortskenntnis um ein gezieltes Miteinander der einzelnen Bauträger bemühen. Ziel ist, die Belastung der Bürger durch Umleitungen, Staus und durchfahrenden Schwerlastverkehr auf das unvermeidliche Maß zu reduzieren", macht ihr Ratsmitglied Matthias Hüte, Vorsitzender des städtischen Bauausschusses, klar.
Gleich drei Großbaumaßnahmen im verkehrlich neuralgischen Bereich der Stadtmitte werden in den kommenden zwei Jahren für erhebliche Verkehrsbehinderungen sorgen. Es handelt sich um den Bau des Kreisels an der Kreuzung Hansastraße, Luhdorfer Straße und Schloßring, den Ersatz für die marode Luhebrücke an der Hansestraße und die Erweiterung der Eisenbahnbrücken über der Unterfüh-rung Luhdorfer Straße im Zuge der Anlage des dritten Gleises. Träger der Maßnahmen sind die Stadt Winsen (Luhe), das Land Niedersachsen und die Deutsche Bahn.
„Gerade bei drei unterschiedlichen Bauträgern müssen die Planung und Ausführung der drei benachbarten Großprojekte eng aufeinander abgestimmt werden" erklärt Matthias Hüte und fordert ein vorausschauendes Baustellenmanagement. Mit diesem könnten Straßensperrungen insgesamt verkürzt sowie Kosteneinsparungen und weitere positive Synergien erzielt werden. Muss für die eine Maßnahme bereits eine (Teil-)Sperrung der wichtigsten Ost-West-Achse Hansestra-ße/Lüneburger Straße erfolgen, sei zum Beispiel ein paralleler Baustellenbetrieb denkbar.
Schon ab dem heutigen Montag wird der Schwerlastverkehr ab 3,5 Tonnen über Hamburger Straße und den Stadtkernentlastungsring umgeleitet und dort für eine noch stärkere Belastung der Anlieger mit Lärm und Abgasen führen. Spätestens, wenn im kommenden Jahr die eigentlichen Baustellen dazu kommen, seien massive Verkehrsbehinderungen mit langen Umwegen und Staus nicht zu verhindern.
„Dabei kommt es darauf an, durch eine vorausschauende Planung die Belastungen für die Bürger auf das unvermeidbare Minimum zu reduzieren und gleichzeitig eine akzeptable Erreichbarkeit aller Stadtbereiche sicherzustellen", stellt Fraktionsvorsitzender Oliver Berten fest. Er fordert die Stadtverwaltung auf, bei dieser schwie-rigen Aufgabe auch neue Wege zu gehen. Im Rahmen eines durchdachten „Umlei-tungskonzeptes" könne zum Beispiel auch eine vollständige Sperrung Winsens für den nicht ortsgebundenen Schwerlastverkehr in Betracht gezogen werden. Eine solche müsse jedoch frühzeitig mit Land, Kreis und Nachbargemeinden abge-stimmt werden.
- Winsen (Luhe), 5. April 2011 -