Edith von Felde ist jemand, den Politiker in Sonntagsreden gerne als Vorbild darstellen - eine engagierte „Ehrenamtliche", die ihre ganze Kraft für verstoßene, alte und kranke Tieren einsetzt. Die 68jährigen Borstelerin ist in der „Tierhilfe aktiv Stel-le-Seevetal und Umgebung" tätig, kümmert sich um das von diesem Verein auf Winsener Stadtgebiet betriebene Gnadentierheim, in dem fast 30 Tiere vom Pony über Schaf und Ziege bis zum Mischlingsdackel eine letzte Heimat mit ausreichend Futter, Schutz vor Wind und Wetter und liebevoller Pflege erfahren.
Im Gegensatz zum Tierheim des Tierschutzvereins, das öffentliche Aufgaben übernimmt und daher zu Recht auch von der Stadt Winsen (Luhe) mitfinanziert wird, übernimmt das Gnadentierheim der Tierhilfe nicht automatisch von der Polizei aufgegriffene Fundtiere oder die Vermittlung an neue Halter. Statt dessen bietet es seinen Bewohnern, die auf verschiedensten Weise den Weg ins Asyl gefunden haben, einfach einen geschützten Le-bensraum bis zum Tod - ein Gnadenbrot.
Aber der „Tierhilfe" geht es so wie vielen Vereinen, in denen die treuen Mitglieder immer älter werden und viel zu wenig junge Leute nachkommen. Die Arbeit für die Tiere liegt auf immer weniger Schultern, das Geld für Futter und dringende Bauarbeiten kann aus den schmaler werdenden Mitgliedsbeiträgen nicht mehr bestritten werden. In ihrer Not wandte sich Edith von Felde an die Freien Winsener.
Gemeinsam mit seiner Familie machte sich Freie-Winsener-Fraktionsvorsitzender Oliver Berten am vergangenen Sonnabend vor Ort ein Bild von der Lage - und war beeindruckt von der Vielfalt und dem offensichtlichem Wohlbefinden der tierischen Bewohnerschaft.
„Obwohl mir überall die Einfachheit und das Provisorische der Anlage ins Gesicht sprangen, hat mich die resolute Herzensgüte, mit der sich Frau von Felde und ihre Helfer um die verstoßenen Tiere kümmerten, wirklich bewegt", berichtet Oliver Berten. „Aber es war nur allzu offensichtlich, dass zu so viel menschlichen Engagement auch die Hilfe der Gesellschaft kommen muss."
Die Freien Winsener appellieren daher an alle Winsenerinnen und Winsener, das Gna-dentierheim mit einer Geldzuwendung für die Futterkasse, Tierfutter, Heu und Stroh oder „Mitanpacken" vor Ort zu unterstützen. „Tierhilfe aktiv e.V." (Konto 40 266 168 00, BLZ 240 603 00) ist als gemeinnützig anerkannt und kann auch Spendenquittungen ausstellen. Weitere Informationen gibt es bei Edith von Felde unter 04171/72021. Einen eigenen Bei-trag haben die Freien Winsener schon geleistet
Im Nachgang zu der privaten Hilfe kommt auch eine ergänzende städtische Unterstützung für die Futterkasse und notwendige Sanierungsarbeiten in Frage. Diesen werden die Freien Winsener für den Haushalt 2012 beantragen.