Der ehemalige Ratsherr Tobias Müller hat heute morgen per E-Mail seinen Austritt aus den Freien Winsenern erklärt. Fraktion und Vorstand der parteiunabhängigen Wählergemeinschaft nehmen diesen Schritt mit Bedauern, aber auch mit einer ge-wissen Erleichterung zur Kenntnis.
„Tobias war immer ein kluger Kopf, gleichzeitig aber auch stark von seinen Befindlichkei-ten geprägt", sagt dazu der Vorsitzende der Wählergemeinschaft, das Ratsmitglied Mathias Seidel und erinnert an Müllers Mandatsverzicht im vergangenen Sommer, von dem die Freien Winsener erst aus der Zeitung erfahren hatten.
An gravierende unterschiedliche Positionen in Sachfragen kann sich Mathias Seidel jedenfalls nicht erinnern, schon allein deswegen, weil Müller seit einem Jahr bei den Freien Winsenern kaum noch präsent war und sich erst dann wieder zu Wort meldete, als es um die Aufstellung eines Bürgermeisterkandidaten durch die Mitgliederversammlung ging. Mathias Seidel: „Ich wünschte mir, er hätte dann das klare demokratische Votum für Oliver Berten akzeptiert."
Die Freien Winsener gehen davon aus, dass sich Tobias Müller nun der neugegründeten „Winsener Liste" anschließen und dorthin zwei, drei ehemalige Mitstreiter aus den Freien Winsenern mitnehmen wird. „Viel Vergnügen", wünscht Mathias Seidel dazu allen Beteiligten, denn mit Ottmar Frey, der bekanntlich aus dem gleichen Grund wie Tobias Müller die CDU verlassen hat, stünden bei der „Liste" bereits ein potentieller Bürgermeisterkandi-dat und mehrere Aktivisten mit ausgewiesener Streitkultur bereit.
Seidel will nicht ausschließen, dass es dann wenige Wochen vor der Wahl zur Neugründung einer weiteren Kleinfraktion im Stadtrat kommt, für die dann wieder eine Sondersitzung des Rates beantragt wird, um ein paar Pöstchen zu ergattern, die dann kurz darauf bei den Wahlen wieder hinfällig werden.
„Kein Wunder, dass immer mehr Bürger die Politik für ein Kasperletheater halten", kommentiert Mathias Seidel den Vorgang: „Wir Freien Winsener jedenfalls sind sehr dankbar, dass wir unsere ganze Kraft nunmehr auf eine harmonische und uneitle Sacharbeit für die Winsenerinnen und Winsener konzentrieren können."
- Winsen (Luhe), 1. März 2011 -