„Mehr Sicherheit ja - aber Jugendliche einbinden und ernst nehmen!"
„Im Grundsatz richtig, im Detail verbesserungswürdig" - so bewertet Oliver Berten von den Freien Winsenern das Vorgehen der Stadtverwaltung hinsichtlich der in Verruf geratenen Vorabi-Partys in der Stadthalle. Vor dem Hintergrund der Belästigung der Anwohner und der massiven Angriffe auf Polizeibeamte halten die Freien Winsener verschärfte Sicherheitsauflagen für dringend notwendig, warnen aber da-vor, „das Kind mit dem Bad auszuschütten".
Eine stärkere Einbeziehung der Polizei im Vorfeld, die Begrenzung auf maximal 1000 Teilnehmer und die Verpflichtung eines erfahrenen Sicherheitsdienstes werden von Oliver Berten einschränkungslos begrüßt. Der Fraktionsvorsitzende ist ein „alter Hase" im Veran-staltungsgeschäft, hat in Dortmund schon Stadt- und Fußballfeste mit mehr als 100.000 Teilnehmern verantwortet. Er hält es aber für einen erheblichen Fehler, die Abiturjahrgänge der Winsener Gymnasien aus dem Veranstaltungsgeschehen systematisch auszublenden: „Das sind coole junge Leute, die bereit und in der Lage sind, selbst Verantwortung zu übernehmen."
Symptomatisch dafür sei, dass die Jungerwachsenen im Vorfeld kaum eingebunden und bei der Entscheidungsverkündung gar nicht eingeladen waren - kein Wunder, dass sie sich jetzt überfahren fühlen. Oliver Berten: „Hier ist Frau Bode mal wieder in das alte Verhaltsmuster wir-hier-oben-ihr-da-unten zurückgefallen. Ich finde, als Bürgermeister muss man den Dialog suchen, zwischen den Generationen vermitteln, auf jeden Fall alle gleich ernst nehmen."
Es sei es an der Zeit, einige kritische Fragen zu stellen, meint Oliver Berten, der das The-ma auch im gestrigen Verwaltungsausschuss intensiv ansprach. Bisher habe die Organisation der großen Partys dazu gedient, einen Finanzstock für die Ausrichtung der teuren offiziellen Abibälle am Abend der Zeugnisübergabe zu erzielen. Jetzt soll die Bewirtung vom Stadthallenwirt übernommen werden, während sich die jungen Leute beim Handzettelverteilen „engagieren" dürfen.
Der Fraktionsvorsitzende kritisiert, dass die Stadtverwaltung bis heute nicht bereit ist, in dieser besonderen Situation auch einen Mitarbeiter des Ordnungsamtes abzustellen, der die Veranstaltung während ihres nächtlichen Ablaufs unterstützend begleitet. Und er weist darauf hin, dass die Vorabi-Partys schon deswegen bei tausenden von Winsener Jugend-lichen und Jungerwachsenen so beliebt seien, weil solche Angebote für junge Leute in Winsen sonst Mangelware sind. Oliver Berten: „Job der Stadt ist, den jungen Organisatoren beim ordentlichen Ablauf der Partys zu helfen - anstatt sie zu Tode zu kommerzialisie-ren, um endlich Ruhe zu haben."
- Winsen (Luhe), 21. Januar 2011 -