Bei den Bürgermeisterwahlen am 11. September wird Oliver Berten als parteiunabhängiger Kandidat der Freien Winsener gegen André Wiese (CDU) und Dieter Bender (SPD) antreten. Dies entschieden die Mitglieder der Wählergemeinschaft am Freitagabend im Fährhaus Hoopte mit Zweidrittelmehrheit. Bereits 2004 war das Stöckter Ratsmitglied bei Winsens erster Bürgermeisterwahl als krasser Außenseiter gegen Angelika Bode als gemeinsame Kandidatin von CDU, SPD und FDP angetreten - und hatte am Ende mit 48,27 Prozent der Stimmen ein herausragendes Ergebnis erzielt und das Wahlziel nur knapp verpasst.
In geheimer Wahl erhielt der 57jährige Journalist und städtische Amtsleiter 17 Stimmen, sein Gegenkandidat, der Bankkaufmann Tobias Müller (38) vereinigte acht Stimmen auf sich. Ein Mitglied enthielt sich. Vereinsvorsitzender Mathias Seidel (48) bedankte sich ausdrücklich bei Tobias Müller für seine Kandidatur: „So haben die Freien Winsener die freie Wahl zwischen zwei integren und sehr geeigneten Kandidaten."
Zuvor hatte Mathias Seidel in der Mitgliederversammlung noch einmal für die Empfehlung von Vorstand und Fraktion der Freien Winsener geworben, ihren Fraktionsvorsitzenden und Kreistagsabgeordneten ins Rennen um das Bürgermeisteramt zu schicken. „Mit Oliver Berten haben wir eine überzeugende Alternative zu den etablierten Parteipolitikern Wiese und Bender", stellte Seidel fest: „Das gilt nicht nur für seine Führungserfahrung in öffentlichen Verwaltungen, das gilt vor allem für seinen leidenschaftlichen Einsatz für die Wünsche der Winsener Familien und seine Fähigkeit, auf gleicher Augenhöhe und mit Mitgefühl auf die Bürger zuzugehen. Oliver Berten ist ein ehrlicher Macher und Mensch, und wir freuen uns, dass er bereit ist, sich für unsere Stadt nützlich zu machen."
Vor der Abstimmung hatte es eine leidenschaftliche aber durchweg sachliche Debatte gegeben. Dabei wurde auch offen darüber diskutiert, ob der Umstand, dass Oliver Berten trotz Krankschreibung in Winsen seinen öffentlichen Ämtern nachkommt, von Nachteil für die Freien Winsener sei. Dass das die große Mehrheit der Anwesenden das nicht so sah, zeigt das Abstimmungsergebnis.
Schon in seiner Vorstellungsrede hatte Oliver Berten deutlich gemacht, dass er keine Veranlassung sieht, sein eigenes Verhalten in Zweifel zu ziehen. Ganz im Gegenteil: „Von den Bürgern bezahlt und damit moralisch in der Pflicht, habe ich mit offenem Visier für Ehrlichkeit und soziale Kompetenz in der Dortmunder Stadtverwaltung gekämpft - und gegen einen übermächtigen Gegner verloren, dem ich anschließend als einzigem Vorgesetzten ausgeliefert war. Wer seinen Werten und Erfahrungen treu bleibt, muss damit rechnen, auch mal Niederlagen einzustecken. Dass mir das auf die Seele geschlagen hat, ist nicht ehrenrührig und hat mit Winsen nichts zu tun. Ich freue mich schon darauf, mit den Kolleginnen und Kollegen der ausgezeichneten Winsener Stadtverwaltung zusammen zu arbeiten und meinen Beitrag dazu zu leisten, dass sich in unserer Stadt der Bürgerwille durchsetzt, die Wirtschaft floriert und Arbeits- und Ausbildungsplätze schafft und keiner, der unsere Hilfe braucht, im Regen stehen bleibt."
- Winsen (Luhe), 20.02.2011 -