Freie Winsener empört, Elternwille wird missachtet
„Ich bin wütend und entsetzt, dass die Mehrheit im Kreisausschuss den Elternwillen und das Votum des Kreisschulausschusses missachtet" sagt Iris Winklareth, bildungspolitische Sprecherin der Freien Winsener und Mitglied im städtischen Schulausschuss. Über 700 Eltern haben sich für Winsen als Standort für eine Integrierte Gesamtschule ausgesprochen, hinzu kommt noch Potential von den Eltern, die zwar den Fragebogen nicht zurückgeschickt haben, sich aber dennoch für eine IGS entscheiden würden, wenn die Frage nach der weiterführenden Schule für ihr Kind aktuell ist. „Diese Entscheidung ist für mich Ausdruck von Ignoranz, ich kann nur hoffen, dass die Eltern, für die der Standort Winsen der einzig erreichbare ist, das nicht widerstandslos hinnehmen".
Es ist nicht nachvollziehbar, warum die CDU/FDP stur an ihrem Standpunkt festhält, nur eine IGS zum Schuljahr 2010/2011 im Landkreis Harburg einzurichten. Dabei ist es unerheblich, ob die Schule in Buchholz oder Jesteburg errichtet werden würde. Mehr als 500 Schüler aus dem Landkreis würden pro Jahrgang eine IGS besuchen wollen, da es jedoch nur 130 Plätze geben wird, müssen drei Viertel (!) der Bewerber abgelehnt werden und können nicht die gewünschte Schulform besuchen. Für alle Schüler aus dem östlichen Landkreis hat sich die Gesamtschulalternative ohnehin erübrigt, es sei denn, die Schüler begeben sich bereits im Morgengrauen auf den Schulweg und verbringen täglich mehrere Stunden im Schulbus.
Der Kreisschulausschuss hatte zunächst die Prüfung von vier Standorten empfohlen, um wenigstens eine fundierte Basis zu haben, auf der dann die Entscheidung für Anzahl und Standorte einzurichtender Gesamtschulen zu treffen ist. An diesem notwendigen und sinnvollen Verfahren hat die CDU/FDP jedoch kein Interesse. Durch die Eingrenzung der zu überprüfenden Standorte ausschließlich auf Buchholz und Jesteburg ist Winsen von vorn-herein aus dem Rennen und hat wieder einmal das Nachsehen! Die 700 Eltern, die dachten, mit der Teilnahme an der Befragung an einem demokratischen Verfahren beteiligt zu werden, können nur enttäuscht zur Kenntnis nehmen, dass Ihre Meinung nicht zählt.
Auch die nachträglich eingebrachte Ergänzung, die Standorte Winsen und Elbmarsch zu prüfen, wenn die Erfahrungen der Planung und Umsetzung der ersten IGS im Landkreis vorliegen, hilft nicht weiter. Mit diesem scheinbaren Kompromissangebot ist kein Zeitpunkt genannt, so dass wir warten werden bis zum Sankt-Nimmerleinstag. Unterdessen werden wir zusehen, wie der Bedarf das Angebot um ein Vielfaches übersteigt, das pädagogische Konzept auch in der Praxis überzeugt und uns wundern, dass die Anmeldungen an Hauptschulen tatsächlich weiter abnehmen. Beachtlich auch, dass Andre Wiese 281 Gesamtschulbefürworter aus Winsen nicht für eine repräsentative Mehrheit hält, offensichtlich aber 2 (!!) Eltern, die ihr Kind an einer Hauptschule anmelden würden, reichen, um zwei Hauptschulen in Winsen zu erhalten.
Iris Winklareth : „Es gibt in Niedersachsen viele Landkreise, die sich offensiver mit der Errichtung von IGS beschäftigen. Die Landkreise Oldenburg und Schaumburg haben jeweils ihre dritte IGS erhalten und die vierte ist bereits in Planung. Ich mahne noch einmal, auch die wirtschaftlichen Faktoren zu berücksichtigen und Winsen sowohl als Kreisstadt als auch als Familienstadt ernst zu nehmen, ansonsten sollten wir uns vielleicht gleich daran machen, die neu ausgewiesenen Baugebiete in Seniorenwohnanlagen umzuändern. Es ist traurig, wie kontraproduktiv sich hier die Winsener CDU verhalten hat und sich in keinster Weise für den Standort Winsen stark macht."
Die bildungspolitische Sprecherin der Freien Winsener kündigt an . „Ich werde auch weiter für die schnellstmögliche Errichtung einer IGS in Winsen kämpfen und hoffe auf Unterstützung durch Eltern, Schüler und Lehrer. Mit ungebremster Energie werde ich morgen (am 9.5.09) in einen der zahlreichen Busse nach Hannover steigen um gegen die niedersächsische Bildungspolitik zu demonstrieren!"
Winsen/ Luhe am 8.5.2009